Mittwoch, 2. Oktober 2013

Ein langweiliger Sonntag?

Sonntag, 29.9.: Es war ein sehr warmer Tag mit klarem Himmel und einer Hitze, die ordentlich reingehauen hat, obwohl es fast Oktober war. Daran werde ich mich wohl nicht so schnell gewöhnen (ich will meinen deutschen, kalten Herbst!! T_T) und der Sommer wird noch heißer und schwüler werden, wurde mir mehrfach gesagt. Yay...

Naja, ich habe ausgeschlafen (was ich auch wirklich nötig hatte), gemächlich gefrühstückt, etwas geskypt und im Internet gesurft. Ich beschloss mittags zum ersten Mal zur Chiba-Uni zu laufen, um mir den Weg einzuprägen und die Gegend zu erkunden.
Zwei Fehler hatte ich gemacht: die falschen Schuhe und den falschen Tag dafür auszuwählen. Es war so unglaublich warm, dass ich praktisch nur noch aus Schweiß bestand und ich war die letzten Tage soviel gelaufen, dass aus irgendeinem Grund meine Füße geschwollen waren, sodass ich nicht mehr richtig in meine Turnschuhe passte. Leider wollte ich auch nicht mehr in die Wohnung zurück um neue anzuziehen. Dummes, faules Ich.
Vom Wohnheim zur Uni dauert es zu Fuß etwa eine halbe Stunde, immerhin gutes Training und man spart sich die Zugkosten (die Uni ist nur eine Station entfernt und die Fahrt kostet 130 Yen, was etwa einem Euro entspricht. Aber jeden Tag dann praktisch 2 Euro zu zahlen, um im Monat auf knapp 60 Euro zu kommen, nur für eine Station, ist mir dann auch zu teuer - was nicht heißt, dass ich nicht ab und zu mit der Bahn fahre, wenn ich zu faul bin oder das Wetter scheiße ist so wie heute).
Hier mal eine Dokumentation meines Weges:

Die Grundschule direkt neben unserem Wohnheim
 


Hier werden zwei Männer beschäftigt, um den Autofahrern die Last abzunehmen, nach links und rechts zu schauen, um auf den Verkehr zu achten
 


Hier der Ort, an dem ich bereits vor ein paar Tagen vorbei gelaufen war: soweit so gut
ein Tierarzt :D
 



Ein Stadtplan von der Umgebung
 

So, und ab dieser Stelle wurde es tricky. Laut einem Schild hätte ich einfach weiter geradeaus laufen müssen, um zur Uni zu gelangen, aber irgendwann fand ich mich in einem Wohngebiet an einer Art Kraftfahrstraße wieder und ich fühlte mich leicht falsch. Also ging ich zurück und wieder woanders hin und wieder zurück und NIRGENDWO waren Schilder, die in irgendeiner Weise auf die Uni hinwiesen.
Ich habe eine halbe Stunde damit vergeudet, wieder den richtigen Weg zu finden, bis ich ein Schild gefunden habe, dass zumindest auf den Stadtteil Nishi-Chiba (West-Chiba) deutete, indem der Campus liegt. Also in diese Richtung und es hat sich herausgestellt, dass ich den Weg, den ich von Anfang an gelaufen war, einfach noch ein ganzes Stück weiter hätte laufen müssen statt umzukehren. Ich habe diese Uni in diesem Moment so sehr gehasst.

ein Gebäude, auf dem groß "Universität Chiba" steht - als ich dies sah, wusste ich immerhin, dass ich richtig war

Das Haupttor

Ich hatte diese doofe Uni also endlich gefunden und betrat den Campus. Auf den ersten Blick wirkte der echt groß, aber im Nachhinein kann ich sagen, er ist es nicht... Düsseldorf ist definitiv größer, aber dafür gibt es noch etwa 3 weitere Campi in anderen Bezirken. Ich bin nicht den kompletten Campus abgelaufen, weil meine Füße wirklich geschmerzt haben, meine Schuhe unbedingt der Meinung waren, dass mir Blasen richtig gut stehen würden und es wirklich heiß war. Ich bin nur zum "Center for International Research and Education" oder kurz CIRE gegangen, denn dies kümmert sich um die ausländischen Studenten und dort finden alle Sprachkurse und die meisten Seminare für Austauschstudenten statt. Es ist kein spektakuläres Gebäude, aber wenigstens nah am Haupteingang.

Eine Karte des Campus
Nochmal



Eine schöne Allee, die zum CIRE führt
Das CIRE - die Aufschrift bedeutet "kokusai kyouiku sentaa" und heißt wörtlich "Zentrum für internationale Bildung"
 

Und ein schickes Fähnchen, die überall auf dem Campus hängen :)


Danach war ich einfach nur tot und wollte ganz dringend nach Hause. Ich wollte zum Nishi-Chiba-Bahnhof und eine Station weiter nach Inage zurückfahren, doch auch hier bin ich erstmal eine halbe Stunde herumgeirrt, weil einfach nirgendwo ein gottverdammter Wegweiser war.


SUBWAAAAY!!!
Und der Bahnhof Nishi-Chiba
Ein Zug.
Dann saß ich endlich im Zug und quälte mich die letzten paar hundert Meter zum Wohnheim zurück, wo ich wirklich erschöpft meine Schuhe ausziehen und entspannen konnte. Zwischendurch war ich noch im 100-Yen-Shop und habe mir Donuts als Mittagsessen gekauft. Etwas trocken, aber ok.
Am Abend bin ich dann mit der Deutschen und den Finnen noch Abendessen gegangen. Es gab Ramen :) 


In kleineren Restaurant bestellt man oft an solchen Automaten, wo man sich ein Ticket zieht, was man essen will und gleich bezahlt. So geht es wirklich viel schneller!
 

Es hat jetzt nicht sooo toll geschmeckt, war aber auch nicht übermäßig teuer und hat wirklich satt gemacht. Danach ging es entspannt nach Hause, wo ich endlich schlafen konnte. Den Schlaf hatte ich auch nötig, denn am Montag, also der nächste Tag, würde ich meinen ersten richtigen Uni-Tag haben :) Nicht mit Unterricht oder so, aber halt die Einführungen.

Und hier nochmal der Sonnenuntergang von meinem Balkon aus:




1 Kommentar:

  1. Hey Diana,

    die Gegend bei dir sieht schön aus, zumindest was man so auf den Fotos sehen kann. :)
    Aber musstest du den Weg zur Uni wirklich ganz alleine herausfinden? Habt ihr dort keine Tutoren, die euch den Weg zeigen? Bei uns sind am ersten Tag halt unsere Senpais hier im International House mitgegangen, damit wir den Weg finden.
    Ich freue mich schon darauf zu hören, wie bei dir der Unistart so ist. :) Bis dahin: Alles Gute und pass auf dich auf!

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