Vor einiger Zeit gab es an der Uni einen optionalen Gesundheitscheck, den die Uni jedes Jahr kostenlos anbietet. Der beinhaltet Blutabnahme, Urinprobe, Messung von Größe und Gewicht, Augencheck, eine kurzen Konsultation mit einem Arzt und sogar ein Oberkörper-Röntgen. Ich finde das eine unheimlich tolle Sache und ich habe diese Möglichkeit natürlich genutzt (hey, es ist kostenlos). Viele andere ausländische Studentinnen waren auch dabei und nacheinander sind wir den Gesundheitsparkour durchlaufen. Bei mir ist soweit alles ok, auf die Röntgen- und Blutergebnisse warte ich noch.
Dann hatte ich in der letzten Woche meine ersten Zwischenklausuren in meinem Kanji- und Japanischkurs. Der Kanjikurs war ziemlich leicht und bis auf einen Fehler meine ich sogar alles richtig gemacht zu haben (aber Hochmut kommt ja bekanntlich vor dem Fall), morgen weiß ich mehr. Die andere Klausur war dagegen schon schwerer, vor allem musste ich viele Texte lesen, um die Aufgaben beantworten zu können. Trotzdem lief es ganz gut, denke ich, 100 Punkte werden es nicht werden, aber die Hälfte sollte mindestens drin sein :) Im Übrigen war diese Woche auch bisher die stressigste, nicht nur wegen der beiden Klausuren, für die man wie immer viel zu viel lernt für das, was am Ende abgefragt wird. Ich hatte auch noch einen regulären Test und da kam eben einiges zusammen. Aber auch das ist nun überstanden und ich blicke dem Dezember entspannt entgegen.
Aber kommen wir nun zum interessanten Teil!
Letzten Mittwoch war der Workshop zum Thema "Traditionelle japanische Hochzeitskleidung". Ich dachte zunächst, dass keiner von uns auch nur irgendwas anprobieren kann, weil wir knapp 20 Leute waren und so eine Hochzeitstracht verdammt teuer ist. Ich ging davon aus, dass wir einer der Freiwilligen dabei zuschauen, wie sie angelegt wird und dass es Erklärungen dazu gäbe. Zur Überraschung aller stellte sich heraus, dass eine Person das "Brautkleid" anziehen durfte und vier weitere einen normalen, aber wunderschönen Kimono. Durch ein kleines Auslosespiel wurde entschieden, wer die glücklichen 5 sein durften. Naja, das Ende vom Lied ist: ICH WAR DIE BRAUT! Yaaaay! Voll coool!!
Das war es zunächst.
So wurde ich also an die Seite genommen, in einen Nebenraum geführt und die Frauen (eine davon eine "Kimonomeisterin" oder so ähnlich) fingen an, mich zu bearbeiten. Ich musste meine Hose ausziehen und dann kamen auch schon die ersten Stoffschichten. Und dann kam noch eine. Und noch eine. Und noch ein Band hier und noch ein Knoten da, ich wurde fest eingepackt in weißen Stofftüchern und -bändchen. Ab einem gewissen Punkt haben sie alles so sehr zugeschnürt, dass ich mich fragte, ob meine Brüste noch da waren oder nicht. Das Atmen wurde zunehmend schwerer, normales Gehen ganz zu schweigen. Als die ersten 7 Schichten drauf waren, durfte ich wieder zu den anderen, wo die nächsten Schichten auf mich warteten und eine Horde entzückter junger Frauen, die jetzt alle peinliche Bilder von mir haben. Man zog mich weiter an und irgendwann war ich dann auch fertig. Naja, fast. Zu guter Letzt bekam ich noch einen wunderschönen roten, mit gold verzierten Mantel, noch hier und da ein Accessoire. Ich fühlte mich echt toll, es waren so wunderschöne Klamotten, dass ich dafür in Kauf nahm, meine Brüste wohl nie wieder zu sehen, weil sie vermutlich schon mit meinem Oberkörper verschmolzen waren.
Dann wurde es aber für meinen Geschmack nicht mehr toll. Ich bekam eine Perücke auf. Eine harte, starre, ekelige Perücke, die außerdem verdammt schwer war. Meine Brille konnte ich deshalb auch nicht mehr tragen und so musste ich (nicht) dabei zusehen, wie der komplette Raum ausflippte und wie wild Fotos schoss. Das hätte ich auch wohl kaum verhindern können, denn ich war so eingepackt, dass ich mich ohnehin nicht bewegen konnte. Ich konnte mich gerade so hinsetzen.
Bald darauf kam dann auch der männliche Part. Tatsächlich waren nur zwei Männer im Raum, deshalb hatte einer von beiden keine Wahl als die Bräutigamskleidung zu tragen. Die war natürlich weniger aufwendig als meine, aber dennoch ziemlich cool. Alle fanden das natürlich super süß und haben mir zu meiner Hochzeit gratuliert :)
So wurden noch mehr Fotos geschossen, später ist Ehemann Nr. 1 aus der Kleidung rausgekommen und der zweite anwesende Typ war dran. Das war dann meine zweite Hochzeit :D
Und während das gemeine Volk dem Brautpaar die Aufmerksamkeit schenkte, wurden die anderen vier Mädchen in ihre Kimonos gezwängt, die aber wirklich echt schön waren. Dann gab es nochmal Fotos, ein Gruppenfoto und und und.
Es war wirklich ein netter Nachmittag und sehr witzig. Allerdings war es auf Dauer sehr unangenehm in dieser Kleidung und diese Perücke war einfach schlimm. Irgendwann bekam ich Kopfschmerzen, weil die so schwer und unförmig war ~.~
Nach über einer Stunde konnte ich mich dann aus den Schichten pellen - was für eine Erleichterung!
| Die verfluchte Perücke |
| Das Auslosespiel |
| Hier werden meine Haare zusammengebunden |
| Und hier sind die ersten Schichten schon drauf |
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| Und hier mein überraschtes Gesicht, als auch noch der Mantel kam |
| Ehemann Nr. 1 |
| Mit Perücke und einem komischen Gesicht |
| Die anderen Mädels |
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| ICH xD |
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| Ich im Sitzen |
| Die Hochzeitsgesellschaft |
| Und wir alle :) |
Hach ja... es war echt toll, diese wunderschönen Klamotten tragen zu dürfen, wann bekommt man auch schon so eine Gelegenheit? Trotzdem werde ich ganz sicher nicht so heiraten - die arme Braut <_<
Das nächste Mal geht es um einen netten Tag bei einer japanischen Familie und mein Besuch in einem Pokemon Center :D



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