Sonntag, 29. September 2013

Spaziergang in Konakadai und Inage

Wir haben nun Freitag, den 27.9., mein erster richtiger Tag in Japan. Dieser begann bereits um halb 6 Uhr morgens, weil ich einfach nicht mehr weiterschlafen konnte. Scheiß Jetlag. Ich stand also auf und habe erstmal meine Fenster geputzt, weil mir so langweilig war - die Läden würden frühestens um 7 Uhr aufmachen, also beschloss ich bis dahin zu warten und einen kleinen Spaziergang zu machen bzw. Frühstück zu kaufen, weil ich hier immer noch nichts hatte außer Eistee und drei Bananen (die im Übrigen extrem schnell braun und matschig wurden). Die Sonne war um halb 6 bereits aufgegangen - etwas gewöhnungsbedürftig, aber dafür habe ich schöne Bilder von meinem Balkon aus bekommen :)



Das blöde Netz -_-
Und noch mal mein Zimmer vom Balkon aus
Dann nahm ich meine erste Dusche - vom Platz her ist es ok, aber das Wasser ist doof, es schmeckt komisch (wie man es oft in Großstädten hat) und als Trinkwasser werd ich es wohl nicht benutzen. Als es dann endlich spät genug war, machte ich mich auf zu einem neuen Spaziergang durch den Stadtteil Konakadai bzw. Stadtbezirk Inage, in denen mein Wohnheim liegt, und ging dabei noch schnell in einen Convinience Store oder kurz Konbini und holte mir mein Frühstück - ein Curry-Pan (frittiertes Ding mit Curryfüllung) und ein Snickers. Ich lief weiter und auf dem Weg stieß ich und jetzt haltet euch fest: auf ein DEUTSCHES RESTAURANT! Es heißt "Baden Baden", wird aber von Japanern betrieben und führt gleichzeitig noch französische Gerichte. Allerdings konnte ich auf der Karte bis jetzt nur Weißwurst erkennen... ich denke, irgendwann werde ich mal reinschauen, auch wenn es schon etwas teuer ist. 

Parkplatzschild des Restaurants "Baden Baden"
Teil der Karte
ein Schirmständer :)
Und ein kleines Schaufenster mit Pseudo-deutschen Dingen
 
 
Daraufhin bin ich zum anderen großen Einkaufszentrum in der Nähe gegangen, dem Maruetsu. Dort gibt es neben einer Buchhandlung und Klamottenläden auch einen großen Supermarkt und einen 100-Yen-Shop. Leider war ich zu früh da und sie hatten noch nicht offen... aber ich würde später am Tag die Gelegenheit haben, dort einzukaufen :) Dann war ich nochmal in einem 100-Yen-Shop und habe mir wieder Kram gekauft: Wäscheklammern, eine Schere, Batterien, Kleiderbügel...
Dann bin ich zurück ins Wohnheim, wo um 10 Uhr eine kleine Führung von japanischen Studenten der Chiba-Uni veranstaltet wurde, um uns die Umgebung hier in Inage zu zeigen. Man zeigte uns u.a. Handyläden, andere 100-Yen-Shops und Restaurants. In der Gruppe waren viele Leute, u.a. Amerikaner, Chinesen, Finnen und eine andere Deutsche, mit der ich die ganze Zeit geredet habe :) Hauptsächlich haben wir aber alle Englisch geredet und ab und zu Japanisch, bei der Gelegenheit habe ich auch gleich gemerkt, wie scheiße mein Englisch doch eigentlich ist. 
Am Ende waren wir alle noch im besagten Maruetsu und WIEDER im 100-Yen-Shop :D Aber dieser hatte wirklich eine viiiel größere Auswahl und eine gute Qualität - dort werde ich wohl ab jetzt immer hingehen :) Ich kaufte mir u.a. eine kleine Fußmatte, Becher und einen Zahnputzbecher.



Danach teilten wir uns auf, um Mittagessen zu gehen. Meine Gruppe landete am Ende in einem Familienrestaurant namens "Coco's" (Familienrestaurants sind verhältnismäßig günstig und führen ein nettes Angebot an Speisen, sie finden sich überall in Japan), nachdem wir fast eine halbe Stunde darauf gewartet haben, einen Tisch zu bekommen. Ich hatte eine Art Hacksteak mit Ebi-Tempura (frittierte Shrimps) und einer sehr seltsamen Soße namens "Demiglace". Keiner von uns wusste, was das sein sollte, schmeckte wie eine Mischung von Bratensoße und Curryketchup, aber lecker :)
(laut Wikipedia ist es folgendes: "Kraftsauce (Demiglace) besteht aus Espagnole und Kalbsfond, eingekocht und mit Fleischextrakt ergänzt.")





Und hier noch ein paar Bilder, die ich während unserer Führung gemacht habe:







japanische Fahrradständer :)
Nach dem Essen waren wir sehr spät dran, denn im Wohnheim gab es das obligatorische Formulare-Ausfüllen für sehr wichtige Sachen. Es waren Leute der japanischen Postbank da, damit wir ein Konto eröffnen konnten und wir mussten eine Art Krankenversicherung abschließen, die sog. "National Health Insurance", welche im Krankheitsfall 70-90% der Kosten abdeckt (und die Kosten für medizinische Versorgung sind sehr hoch). Super Sache, also stand dies nun an :) Aber dazu später mehr!!

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