Donnerstag, 12. September 2013

Stecker-Wahnsinn!!

Es folgt nun die Geschichte einer kleinen Odyssee, welche sich am gestrigen Tage ereignete.

Da in Japan ja andere Steckdosen als in Deutschland vorhanden sind, musste ein Reiseadapter her, um meine elektrischen Geräte wie Laptop und Kamera aufladen zu können. Dafür bin ich in die Stadt gegangen. Manch böse Zunge würde jetzt sagen: "Wieso bestellst du dir nicht einen im Internet?! Da sind die eh viel billiger!" Und ich würde sagen: "Das mag sein, aber du hast keine Ahnung, ey"
Woher ich das weiß - ich wusste anfangs auch nicht besser. Bei Amazon gibt es zwar viele Angebote, aber bei Adaptern für Japan gibt es zwei große Probleme:

In Japan gibt es scheinbar zwei Typen von Steckern/Steckdosen. Eine mit zwei Stiften (genauso wie in den USA) und eine mit drei Stiften. Der dritte Stift ist in diesem Fall der Schutzleiter. Aber die Japaner scheinen auf Schutz oder Erdung zu pfeifen, denn der erstere Typ ist vorherrschend. Jetzt ratet mal, welchen Typ die Geschäfte hauptsächlich verkaufen.

Japanische Stecker ohne und mit Schutzleiter

Wenn es denn die Stecker mit zwei Stiften gab, dann nur in Multi-Adaptern, solche großen Dinger, die nicht nur speziell für ein Land gedacht sind, sondern für die ganze Welt, die mindestens 20 Euro kosten. Da ich schon wenigstens 2 Adapter mitnehmen wollte, hat sich so ein Multiteil nicht unbedingt für mich gelohnt.
Nun gut, dann hätten wir da noch das zweite Problem. Es gab auch ein billiges Multisteckerding für 5 Euro. Doch ich wusste - auch wenn es in die japanische Steckdose passt, heißt das nicht, dass der deutsche Stecker in den Adapter passt!
Denn auch in Deutschland gibt es zwei verschiedene Arten von Steckern. Einen mit Schutzkontakt (sog. Schukostecker, die dicken runden Stecker, die oft bei größeren Elektrogeräten wie Staubsauger und Laptop vorhanden sind) und einen ohne Schutzkontakt für kleinere Geräte wie Aufladekabel für Handy oder Kamera. Problem ist der Schukostecker, weil der dicke runde Stecker meistens eben NICHT in die Adapter passen, weil diese keinen Schutzkontakt haben... oder so ähnlich. Die Adapterausbuchtung ist schlicht zu klein für die deutschen Stecker.
Jedenfalls wusste ich von dieser Problematik zum Glück vorher, denn ich hab schon von so einigen gehört, die fröhlich einen Adapter gekauft haben, ohne zu wissen, dass drei Stifte unüblich in Japan sind oder ohne zu überprüfen, ob ihre deutschen Geräte rein passen. Dann war die Panik in Japan natürlich groß, weil sich der Laptop nicht mehr aufladen ließ.

Um auf Amazon zurückzukommen, so gab es dort entweder nur Adapter mit drei Stiften oder welche, wo ich bereits anhand der Bewertungen sehen konnte, dass die Dinger Mist sind.
Also zog ich los in den ungewissen Dschungel namens Düsseldorfer Innenstadt.
Der erste Stop war ein bekannter Elektronikfachhandel, der allerdings nur eins hatte: einen unfreundlichen Mitarbeiter, der sich selbst megageil fand, weil er wusste, dass es in Japan kaum Steckdosen mit Schutzleiter gibt (und dabei noch folgenden Spruch brachte: "Ja, die Japaner scheißen auf Schutz im Gegensatz zu uns, aber kann denen ja auch egal sein, ob da einer gebrutzelt wird oder nicht, gibt ja eh genug von denen." Ich hätte ihm in die Eier treten sollen.).
So zog ich weiter nach Karstadt, aber die haben ihre ganze Elektronikabteilung schon vor Jahren abgeschafft. Hm, gut zu wissen.
Man hatte mir auch Outdoor/Trekkinggeschäfte empfohlen und so suchte ich auch solche auf. Aber die hatten nur die Multistecker... ein anderes Outdoorgeschäft hatte noch nicht mal ein bisschen Ahnung von der Steckerproblematik und wollte es mir trotzdem mit der Begründung aufschwatzen, dass sie die Teile ja sonst nicht verkaufen würden, wenn sie nicht funktionieren würden. Sicher.

Uhrzeit: halb sechs nachmittags. Nach fünf Geschäften, über vier Stunden Laufen und einem mäßigen McDonaldsburger hatten mein Freund, den ich gezwungen hatte, mich als technischen und seelischen Beistand zu begleiten, und ich langsam keinen Bock mehr. Letzte Möglichkeit war nur noch der Düsseldorfer Flughafen. Natürlich lag der in der anderen Richtung, aber zu diesem Zeitpunkt konnte mich eh nichts mehr aufhalten.
Dort angekommen suchten wir die Geschäfte auf und tatsächlich - Adapter waren zumindest vorhanden und sie sahen auch so aus, als ob die dicken deutschen Stecker passen würden. Ich fragte den Verkäufer, ob er einen solchen Stecker gerade zur Hand habe, um dies zu testen. Hatte er natürlich nicht. Also musste ich den Adapter für elf Euro kaufen und einen Laden suchen, wo ich es testen konnte. Der Lufthansashop half mir - UND ES PASSTE! Nach fünfeinhalb Stunden hatte ich endlich einen Adapter gefunden, der nur zwei Stifte hat und Schukostecker annahm! UND: falls es wider Erwarten in Japan doch Steckdosen mit drei Stiften geben sollte, so hat der Adapter einen ausklappbaren dritten Stift! Besser geht es wohl kaum! YIPPIE!

Aber elf Euro sind doch etwas viel für nur einen einzigen Adapter... aber ich wäre nicht ich, wenn ich nicht auch dafür eine Lösung hätte, die mir nach etwa 4 Stunden eingefallen ist. Ich nehme einfach eine Steckerleiste mit, dann habe ich genug Steckdosen, um Laptop und Kamera gleichzeitig aufzuladen :)

Das war sie, die Geschichte, wie ich ein neues Baby für mein Japanabenteuer bekam. Und wehe, es passt nicht in die japanischen Steckdosen - dann muss ich wohl jemanden umbringen. Vielleicht den Idioten vom Elektronikfachhandel, aber ich bin für Vorschläge offen ;D

In genau zwei Wochen werde ich bereits angekommen sein. So langsam werde ich aufgeregt :/




1 Kommentar:

  1. Hi,

    du hast mir ja das mit Adaptern schon erzählt, aber ich wusste ja nicht, dass du solange danach suchen musstest.
    Warum sind die denn gerade in Düsseldorf so inkompetent? Ich hoffe ja, dass es in Frankfurt am Flughafen auch so etwas gibt. Vielleicht kaufe ich mir aber auch so ein Multiding, mal sehen.

    Aber danke für deine Nachforschungen. :)

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