Letzten Montag war es endlich soweit, ich fuhr das erste Mal in meinem Leben nach TOKYO!
Ein aufregender Tag, auch wenn der Anlass ein nicht ganz so erfreulicher war. Im Rahmen meines Kurses "Traditional Japanese Food" hat uns der Lehrer aufgefordert nach Ueno, Tokyo zu fahren, um dort zu einem bestimmten Laden zu gehen und ein Dorayaki zu essen (Dorayaki sind eine typische japanische Süßigkeit, man stelle sich zwei kleine Pfannkuchen vor, zwischen denen Anko (süße Bohnenpaste) gefüllt ist). Die Dinger kann man in jedem Kiosk kaufen, wir haben also nicht ganz verstanden, warum wir ausgerechnet nach Tokyo fahren müssen, um das zu kaufen. Das hat der Lehrer auch nie erklärt, aber nun gut.
In einer Dreiergruppe (ich, eine andere Deutsche und eine Japanerin) trafen wir uns also in Inage und gemeinsam fuhren wir mit der Bahn erstmal nach Akihabara und von dort weiter nach Ueno. Da wir morgens da waren, war es extrem geschäftig und voller Menschen. Da wir noch auf eine andere Japanerin warten mussten, weil sie erst später kommen konnte, sind wir durch die Gegend um den Bahnhof herum gelaufen. Direkt am Bahnhof gibt es eine lange Marktstraße, wo viele frische Lebensmittel wie Algen, Fisch und anderes verkauft wurden aber auch viele Souvenirläden und Billig-Klamotten und Schuhläden. Die Straße war sehr voll und von allen Seiten wurde um die Aufmerksamkeit der Kunden gebuhlt und man war sich nicht zu schade, die Leute direkt anzusprechen. Teilweise etwas unangenehm, muss ich sagen, aber trotzdem interessant.
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| Hier waren wir in einer Spielehalle aus Spaß |
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| Ein Pokemon, welches ich unter großer Anstrengung und für etwa 500 Yen aus dem blöden Greifautomaten gezogen habe |
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| Ja, es gab Döner und Kebab hier xD Die ausländischen Verkäufer hier waren besonders aufdringlich |




Später kam dann auch die zweite Japanerin dazu und wir machten uns auf den Weg. Nicht zum Dorayakiladen, sondern zuerst ins Tokyo Nationalmuseum, welches sich ebenfalls in Ueno befindet. Der Lehrer meinte, wenn wir eh nach Ueno fahren, können wir auch gleich dahingehen, auch wenn es überhaupt nichts mit dem Kurs zu tun hat. Das Museum besteht aus vier Gebäuden und beinhaltet die weltgrößte Sammlung asiatischer Kunst. Neben japanischen Nationalschätzen sind japanische archäologische Funde, Gemälde, Keramik, Kleidung und vieles mehr ausgestellt, zusätzlich gibt es zahlreiche Sonderaustellungen. Eine Ausstellungsstücke sind über 1000 Jahre alt. Natürlich waren da viele Ausländer :) Auch wenn ich eigentlich kein großer Museumsfan bin, so war die Ausstellung sehr interessant und wir haben uns gerade einmal das Erdgeschoss eines Gebäude angeschaut. Wir mussten uns beeilen, weil die eine Japanerin mittags weiter nach Tokyo musste, was ich extrem schade fand. Ich hätte gerne noch mehr Zeit darin verbracht... vielleicht das nächste Mal, der Eintritt für Studenten ist ohnehin ermäßigt :)








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| Das Hauptgebäude, in dem wir waren |
Natürlich gab es noch viel mehr zu sehen und ich habe auch sehr viel mehr Fotos gemacht, aber das würde wohl den Rahmen sprengen xD
Danach gibt es weiter zum Dorayakiladen. Dafür sind wir durch den berühmten Ueno-Park gelaufen, wo einige Schreine, Museen und vor allem über 1000 Kirschbäume stehen. Im Frühling, wenn diese dann blühen, bietet sich dort ein wunderschönes Bild, das viele Menschen dorthin zieht. Außerdem steht dort ein Zoo, in den UNBEDINGT hin will :D
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| Der Zoo!!! |
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| :D |
Dann ging es weiter zum Laden. Wir sind zu Fuß durch die Gegend gelaufen, haben uns etwas veirrt und haben es dann doch geschafft. Trotzdem eine Schinderei -_- Als wir dann endlich da waren, war ich etwas enttäuscht, denn es war ein ziemlich kleiner Laden. Dennoch hatte er einen recht traditionellen Charme und er war extrem gut besucht. "Usagiya" nannte er sich und war scheinbar auch sehr berühmt für seine japanischen Süßigkeiten. Wir kauften also unsere Dorayaki für je 200 Yen (ziemlich billig, ich dachte, es wäre viel teurer) und aßen sie. Sie schmeckten eben so wie Dorayaki, nur dass sie offenbar "frisch" gemacht wurden. Trotzdem fand ich es ziemlich bescheuert, dafür extra fast 10 Euro an Fahrtkosten und einen halben Tag dafür zu verschwenden, um etwas zu essen, was ich auch im Konbini um die Ecke hätte kriegen können.
Danach sind wir Mittagessen gegangen, in einem Tempura-Restaurant. Sehr lecker :)
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| Und hier der Laden, um den es die ganze Zeit ging |
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| Ein Dorayaki |
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| Und mein Mittagsessen: eine Tempura-Schale mit Reis |
Danach hatte sich auch die zweite Japanerin verabschiedet und wir Deutschen waren auf uns gestellt. Da ich von einer Kommilitonin gehört hatte, dass es im Stadtviertel Ikebukuro eine Ausstellung zu einem Anime gab, den die andere Deutsche besonders mochte und den ich auch gesehen habe, beschlossen wir dorthin zu fahren. In Ikebukuro war es EXTREM voll, was sehr unangenehm war, besonders weil man uns Ausländer ziemlich angestarrt hatte. Wir machten uns auf direktem Wege zur Ausstellung, welche sich im "Sunshine City" befand. Das ist ein sehr sehr großer Gebäudekomplex, zu dem u.a. ein Hotel, ein Kaufhaus, ein Theater, ein Aquarium, ein Museum und vieles mehr gehört. Touristenmagnet ist ein 240m hoher Wolkenkratzer mit Aussichtsplattform. Und genau dort befand sich die Ausstellung. Nachdem wir also in diesem verdammt großen Kaufhaus die Aufzüge gefunden hatten, die uns nach oben brachten, zahlten wir noch knapp 5 Euro Eintritt und wir waren oben.
Die Aussicht ist einfach herrlich gewesen, man konnte komplett Tokyo sehen und wenn das Wetter nicht so schlecht gewesen wäre, vielleicht auch den Fuji. Die Ausstellung selber war auch propevoll, da der Anime sehr beliebt ist.
Besagter Anime ist "Shingeki no Kyojin", ein Manga bzw. Anime, in den es um eine Welt geht, die von sog. Titanten (Kyojin) bedroht wird. Die Menschen bauten 3 hohe Mauern, um die Titanen von sich fernzuhalten, die bereits einen Großteil der Menschheit gefressen hatten. Eines Tages jedoch erscheint ein Titan, der größer als die äußerste Mauer war und zerstörte diese zum Teil, wodurch die anderen Titanen in die Städte der Menschen einfallen konnten.
Der Hauptcharakter verliert in diesem Angriff seine Mutter und beschließt für dich, alle Titanen zu töten und schließt sich später der Einheit an, die die Aufgabe hat, die Titanen zu bekämpfen. (Falls sich das jemand durchliest, der den Anime/Manga kennt, ich hoffe, ich habe es richtig erklärt xD)
Soweit so gut, ich hätte jedenfalls nicht gedacht, dass diese Ausstellung SO gut besucht war, es war wirklich voll, obwohl es an sich nicht wirklich viel zu sehen gab, bis auf ein paar Poster und Bilder aus dem Anime und ein paar Sonderstücken... aber nun gut. Es gab außerdem eine Gallerie von Zeichnungen, welche entstanden sind, als der Anime produziert wurde. Dafür standen wir fast 1 1/2 Stunden an - yay.
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| Und hier ist der Tokyo Sky Tree, leider war das Wetter nicht gut |
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| Das Logo des Animes |
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| Eine Gerätschaft aus dem Anime |
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| Ein Titan :) |
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| Klamotten der Titanenbekämpfereinheit xD |
Es wurde dann auch schon dunkel und wir sind zurück nach Ueno gefahren. Von dort aus nahmen wir eine Linie, die direkt nach Inage fuhr, allerdings hatte diese irgendwann 20 Minuten Verspätung. Irgendwie war die Rückfahrt sehr anstrengend, wir waren müde, es war kalt und dunkel... als wir endlich in Inage ankamen, stellten wir zudem noch fest, dass die Linie, mit der wir gefahren sind, einen eigenen Bahnhof hat, der 10 Gehminuten vom eigentlichen Inagebahnhof entfernt war. Das wussten wir aber nicht, also irrten wir etwas herum, bevor wir auf der anderen, uns nicht bekannten Seite des Bahnhofs rauskamen. Erleichtert sind wir dann nach Hause...
Das war mein aufregender erster Tag in Tokyo, viel gesehen haben wir aber nicht. Tokyo ist so groß und vielseitig, man muss sehr viel Zeit und Planung aufwenden, um mehr zu sehen. Ich denke, vor allem in den Weihnachtsferien werde ich Tokyo unsicher machen, zusammen mit meinem Freund :D
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