Für die Busfahrt und weitere kulturelle Veranstaltungen (Origami, Yukata, Kalligraphie etc. ... ich hatte das mal erwähnt?) konnte man sich bereits vor einigen Wochen anmelden und angesicht dessen, dass meine erste Bustour ja bereits ins Wasser gefallen ist, freute ich mich noch mehr auf diese. Das Wetter war zum Glück wunderbar, wenn auch etwas kühl.
Um kurz vor 9 versammelten wir uns auf dem Unigelände und gemeinsam mit zwei unserer Dozentinnen ging es in den Bus und los. Wir würden 3 Stationen besuchen: "Bôsô no Mura", "Naritasan" und die Stadt Sawara. Alles befindet sich im Norden Chiba, mehr oder weniger in der Umgebung von Narita, wo auch der Flughafen ist (an dem wir auch vorbeigefahren sind).
"Bôsô no Mura" (Bôsô in diesem Fall der Name der Region, mura bedeutet Dorf) ist ein großes Freilichtmuseum, welches das Leben in Japan vor 150 Jahren zeigt. Überall sind alte Häuser von Farmern und Samurai, (Reis)Felder und Werkstätten. Die Mitarbeiter "arbeiten" auf den Feldern und Werkstätten und man sogar verschiedene Workshops machen. HIER mal die Webseite :)
Von der Uni brauchten wir etwa 45 Minuten dahin und wir hatten knapp 1 1/2 Stunden Zeit uns alles anszusehen. Kaum zu schaffen, denn das Gelände war so groß und es gab so viel zu sehen, dass ich am Ende ziemlich hetzen musste.
Zunächst gingen wir durch eine anscheinend typische Händlerstraße, wo zwar bereits einige Arbeiter ihrer Arbeit nachgingen, es aber trotzdem recht leer war, auch besuchertechnisch. Man konnte einem Schmied und Zimmermännern bei der Arbeit zusehen, man konnte sich eigene Kerzen verzieren und hier und da andere Kleinigkeiten, die ich nicht wirklich verstanden habe. Aber dennoch war es eine sehr schöne Landschaft und schönes Wetter.
Danach ging es einem Haus eines Samurais - zugegeben, nicht wirklich spektakulärer als andere Häuser (war aber auch nicht das Haus eine hochrangingen Samurais). Weiter hinten gab es einen Festplatz, der natürlich leer war, aber er hatte eine kleine Bühne für Kabuki-Stücke, die sicherlich in der wärmeren Monaten gut genutzt wird - überhaupt hatte das Dorf ein sehr vielseitiges Programm über das ganze Jahr verteilt - im November war natürlich kaum was los.
Danach habe ich noch ein paar Reisfelder gesehen, die aber schon geernet wurden, also auch nichts allzu Tolles. Aber hey, ich bin in Japan und hab ein Reisfeld gesehen: jetzt kann ich ohne Reue sterben.
| Die Händlerstraße |
| Feldarbeiter bei der Arbeit |
| Die Kabukibühne |
| Eine Mühle |
| Das Reisfeld :) |
Zuerst aber gingen wir Mittagessen. Die JPAC-Koordinatoren hatten zuvor extra für uns in einem Touristensouvenirladen/Restaurant reserviert und als wir ankamen, war bereits alles vorbereitet. Das Essen war sehr lecker, wenn für meinen Geschmack auch etwas wenig... aber nun gut, es war eigentlich ziemlich billig. Für die ganze Bustour hat jeder knapp 1200 Yen bezahlt und ich vermute, das war auch nur für das Essen. Naja, nebenbei haben die Dozentinnen uns dann gesagt, nachdem wir bereits seit einer halben Stunde da waren und am Essen waren, dass wir alleine zum Tempel, der von dort nur knapp 5 Gehminuten entfernt war, gehen sollen und dann bitte in 45 Minuten wieder beim Bus sein sollten. Ich habe die erstmal verdutzt angeschaut und dachte: "Wieso zum Teufel sagt ihr uns das jetzt, nachdem wir alle ganz gemütlich am Essen sind? Wieso bitte nicht vorher?" Ja, wieso nur... denn dann hätte ich mich mit dem Essen beeilt, um dafür mehr vom Tempel sehen zu können!
Jeder hatte sich nur mit einem leichten Funken Panik in den Augen angeschaut und wir aßen schnell auf, um loszugehen. Der Tempel war wirklich direkt um die Ecke, immerhin.
Ein wunderschöner Tempel, muss ich sagen. Ein riesiges Gelände mit vielen tollen Souvenirständen und kleinen Essensbuden. Die Gebäude waren herrlich traditionell und sehr hübsch. Ich musste allerdings wirklich fast rennen, weil die Zeit einem davonlief. Ich habe nur schnell Fotos geschossen und bin weiter. Habe mir ein paar Glücksbringer gekauft und etwas zu essen und natürlich ein paar Souvenirs - hübsche Stäbchen x3 Und dann musste man schon wieder zurück zum Bus - naja, ich, denn ich und ein, zwei andere arme Seelen waren die einzigen, die pünktlich waren. Der verdammte Rest ist er ganz gemütlich etwa 10 bis 15 Minuten später eingetrudelt, ganz zum Missfallen der Busfahrer, der schon ganz nervös wurde wegen diesen unhöflichen Ausländern.
Als es dann auch die letzten geschafft hatten, den Bus zu betreten, ging es zu unserer letzten Station.
| Das Touristenzentrum |
| Unser Essen |
| Auf dem Weg zum Naritasan |
| Haupttor |
| Nochmal das Haupttor von vorne |
Ich fand Sawara ehrlich gesagt ziemlich langweilig. Zumindest habe ich nicht verstanden, was daran jetzt so toll sein soll, bis auf ein Festival, welches einmal im Jahr stattfindet. Naja, bevor wir auf eigene Faust die Stadt erkunden durften, ging es aus einem mir nicht erklärlichen Grund noch in eine örtliche Sake-Brauerei. Auf Japanisch hat uns ein Mann durch diese geführt und uns wohl auch erklärt, wie das alles so läuft, aber ich habe ihn weder verstanden, noch wirklich zugehört. Am Ende gab es dann eine Vekostung von einigen Sake-Proben und man konnte diese auch kaufen. Ich habe mir auch eine Flasche für 1000 Yen gekauft :D
| In der Brauerei |
| eine sehr komisch schmeckende Sakeprobe |
Wie gesagt, recht langweilig. Nach einer Stunde oder so gings auch wieder zum Bus Richtung Universität. Gegen halb 5 waren wir wieder da, natürlich war es schon dunkel... naja, es war auf jeden Fall eine schöne, witzige Busfahrt, wenn auch teilweise etwas anstrengend. Zum Naritasan gehe ich auf jeden Fall nochmal in Ruhe, die anderen beiden Sachen kann man sich eigentlich schenken, aber nun gut :)
Was habe ich als nächsten zu berichten...? Mal sehen :)
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